Redaktion16.08.2026, 19:302 Min. Lesezeit

Hohes Venn um 19:30 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt zur Brandursache, Monschau rät zum Verlassen grenznaher Häuser

Am Sonntagabend bleibt der Großbrand im Hohen Venn unter Kontrolle, aber nicht gelöscht. Die Staatsanwaltschaft Lüttich hat eine Untersuchung zur Brandursache eingeleitet, die deutsche Stadt Monschau empfiehlt grenznahen Anwohnern wegen des Rauchs das Verlassen ihrer Häuser. Rund 3.000 Hektar sind verbrannt, die Evakuierung in Sourbrodt gilt weiter.

Ostbelgien Live Redaktion
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Um 19:30 Uhr am Sonntagabend gilt der Großbrand im Hohen Venn weiterhin als **unter Kontrolle, aber nicht gelöscht**. Die Einsatzkräfte arbeiten sich mit Wärmebildkameras durch den glühenden Torfboden, während parallel zwei neue Entwicklungen dazugekommen sind.

Staatsanwaltschaft Lüttich untersucht die Ursache

Die Staatsanwaltschaft Lüttich hat eine Untersuchung zur Entstehung des Feuers eingeleitet. Wie das Feuer am Freitagabend ausgelöst wurde, ist offen; Ermittler sichern dazu Spuren im Anfangsbereich des Brandes. Parallel wird öffentlich diskutiert, warum im Naturschutzgebiet in diesem Sommer nicht die rote Warnflagge gehisst wurde – die Behörden verweisen darauf, dass unvorsichtiges Verhalten und nicht die Anwesenheit von Wanderern als Hauptgefahr eingeschätzt wurde.

Monschau: Empfehlung zum Verlassen grenznaher Häuser

Auf deutscher Seite liegt die Brandkante nur noch rund 1,5 Kilometer von der Grenze entfernt. Die Stadt Monschau empfiehlt Anwohnern in unmittelbarer Grenznähe wegen der starken Rauchentwicklung, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen. In Belgien bleibt die Anordnung für Sourbrodt bestehen: Der Bürgermeister von Weismes hält die Evakuierung aufrecht und kritisiert, dass einzelne Bewohner trotz Verbot zurückgekehrt sind.

Verstärkung aus dem ganzen Land

Die Löschkräfte werden weiter aufgefüllt: Ein Tanklöschfahrzeug und ein weiteres Einsatzfahrzeug mit sechs Kräften der Brüsseler Feuerwehr sind im Gebiet, dazu 14 Feuerwehrleute aus Wallonisch-Brabant. Der Einsatz aus der Luft bleibt entscheidend, weil viele Brandstellen über den Boden kaum erreichbar sind. Die Gemeinde Bütgenbach bittet Landwirte ausdrücklich, das Venn nicht zu betreten.

Rund 3.000 Hektar – und ein Naturschaden auf Jahrzehnte

Seit Freitagabend sind etwa 3.000 Hektar Moor-, Heide- und Waldfläche verbrannt, darunter die Fagne Wallonne und die Fagne de Cléfaye, zwei der letzten aktiven Torfmoore der Region. Mobile Tiere konnten ausweichen, doch die Moorböden selbst brauchen Jahrzehnte, teils Jahrhunderte zur Regeneration. Die Wetterprognose für die Nacht bleibt ungünstig: trocken und windig.

Was jetzt gilt

  • Notruf 112, medizinischer Bereitschaftsdienst 1733, Info-Nummer der Wallonischen Region 1771.
  • Das Venn und gesperrte Zufahrten bleiben tabu – auch für Schaulustige und Drohnen.
  • Bei starkem Rauch Fenster geschlossen halten und Räume nicht lüften.
  • Hilfsangebote laufen über die Bürgerplattform aidefagnes.be und unser Hilfeportal.

Quellen

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