Hohes Venn um 18:40 Uhr: Feuer gilt als unter Kontrolle, rund 3.000 Hektar verbrannt – Torf glüht weiter
Die Behörden bezeichnen den Großbrand im Hohen Venn am Sonntagabend als unter Kontrolle. Rund 3.000 Hektar sind verbrannt, der Torfboden glüht weiterhin unter der Oberfläche. Bewohner von Sourbrodt bleiben draußen, Schaulustige werden dringend abgewiesen.
Um 18:40 Uhr am Sonntagabend beschreiben die Einsatzkräfte die Lage im Hohen Venn als **unter Kontrolle, aber nicht gelöscht**. Die sichtbaren Flammenfronten sind zurückgedrängt, das eigentliche Problem liegt weiter unter den Füßen der Feuerwehrleute.
Rund 3.000 Hektar in zwei Tagen
Nach Angaben des Krisenstabs sind seit Freitagabend fast 3.000 Hektar Moor-, Heide- und Waldfläche verbrannt. Belgische und internationale Medien sprechen vom größten Vegetationsbrand der belgischen Geschichte; historische Vergleiche reichen zurück bis 1911, als das Venn zwei Monate lang brannte und 3.900 Hektar zerstört wurden.
Torf bleibt das Hauptproblem
Der Untergrund besteht über weite Strecken aus trockenem Torf. Er nimmt Wasser nur langsam an und glüht in tiefen Schichten weiter, auch wenn oben nichts mehr zu sehen ist. Genau deshalb bleiben Hunderte Einsatzkräfte, sechs Panther-Fahrzeuge des Militärs und europäische Verstärkungen im Gebiet: Es geht jetzt um Nachlöscharbeiten, Wärmebildkontrollen und das Halten der Brandkanten bei Jalhay und Montjoie.
Sourbrodt: noch nicht zurück nach Hause
Der Krisenstab bittet Bewohnerinnen und Bewohner von Sourbrodt weiterhin, ihre Häuser nicht zu betreten. Betroffene Personen aus dem Raum Malmedy werden über die Gemeinden und die Bürgerplattform aidefagnes.be untergebracht und versorgt.
Bitte keine Schaulustigen
Behörden und Anwohner nennen Anfahrten von Neugierigen "unverantwortlich und gefährlich". Jedes Fahrzeug am Straßenrand blockiert Zufahrten für Tankwagen. Auch der Circuit de Spa-Francorchamps ist betroffen: das Bikers' Festival wurde abgesagt.
Rauch und Wetter
Die Rauchfahne reicht weit über die Grenze; ein französisches Departement hat wegen der Brandwolke Luftverschmutzungsalarm ausgelöst. Wettermodelle deuten für die kommenden Stunden auf Regen hin – Hilfe ja, Entwarnung nein: Ein Torfbrand kann Wochen weiterschwelen.
**Notrufe:** 112 (Notfall) · 1733 (Bereitschaftsdienst) · 1771 (Info-Nummer der Wallonischen Region)