Redaktion16.08.2026, 17:322 Min. Lesezeit

Hohes Venn um 17:30 Uhr: Fronten bei Jalhay und Montjoie unter Kontrolle, rund 3.000 Hektar verbrannt

Stand 17:30 Uhr: Zwei große Brandfronten gelten als unter Kontrolle, die verbrannte Fläche liegt bei rund 3.000 Hektar. Sourbrodt bleibt gesperrt, der schwelende Torf bleibt das größte Problem.

Ostbelgien Live Redaktion
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Am frühen Sonntagabend gibt es erstmals seit Tagen eine leichte Entspannung – aber keine Entwarnung. Zwei der großen Brandfronten im Hohen Venn gelten als unter Kontrolle, während die verbrannte Fläche nach Angaben mehrerer belgischer Medien bei rund 3.000 Hektar liegt.

Zwei Fronten unter Kontrolle

Nach Darstellung von Le Soir sind die Brandfronten bei Jalhay und Montjoie (Mont-Joie) unter Kontrolle. Ermöglicht haben das zusätzliche Verstärkungen und der gemeinsame Einsatz belgischer und ausländischer Kräfte. „Unter Kontrolle" heißt dabei nicht „gelöscht": Die Linien werden gehalten, im Inneren der Fläche brennt und schwelt es weiter.

Rund 3.000 Hektar in zwei Tagen

Sudinfo spricht von fast 3.000 Hektar, die in nur zwei Tagen verbrannt sind. Damit gehört das Feuer zu den größten Vegetationsbränden der belgischen Geschichte. Zum Vergleich, den mehrere Medien heute ziehen: 1911 brannten die Hohen Venne zwei Monate lang, damals wurden rund 3.900 Hektar zerstört – bekämpft von über 2.000 Soldaten mit Schaufeln.

Sourbrodt: bitte nicht nach Hause

Der Krisenstab bittet die Bewohner von Sourbrodt laut Sudinfo ausdrücklich, ihre Häuser nicht wieder zu betreten. Auch für die übrigen evakuierten Ortschaften gilt weiter: keine Rückkehr, solange die Sperrzonen bestehen. Rund 600 Menschen sind seit Samstag außer Haus, viele davon im Sportzentrum Malmedy untergebracht.

Torf: das Feuer unter der Oberfläche

RTL Info erklärt heute ausführlich, warum dieser Brand so zäh ist: Der Torfboden im Venn speichert Brennstoff in der Tiefe. Feuer kann dort unter der Oberfläche weiterlaufen, ohne sichtbare Flammen, und Tage später an anderer Stelle wieder aufbrechen. Löschwasser von oben erreicht diese Schichten nur schwer.

Rauch reicht bis nach Frankreich

Die Rauchfahne ist längst ein grenzüberschreitendes Thema. Ein französisches Departement hat laut Le Soir wegen des Brandes im Hohen Venn Luftverschmutzungsalarm ausgelöst. Auch aus der Provinz Luxemburg werden Geruchs- und Rauchmeldungen berichtet. Die Behörden bitten weiterhin: bei Rauchgeruch ohne akute Gefahr nicht die 112 anrufen.

Umwelt und Biodiversität

DHnet beschreibt den Brand als Tragödie für die Artenvielfalt: Trockenheit und brennbarer Torf treffen ein Hochmoor, das über Jahrtausende gewachsen ist. Fachleute rechnen mit Schäden, die sich über Jahrzehnte statt Jahre erholen.

Was jetzt gilt

  • Sperrzonen und Evakuierungen bleiben bestehen, keine Rückkehr in die Dörfer.
  • Keine spontanen Lebensmittelspenden, Hilfe wird koordiniert (aidefagnes.be).
  • Notruf 112 nur bei akuter Gefahr, Bereitschaftsdienst 1733 für medizinische Fragen.
  • Informationsnummer der Wallonischen Region: 1771.

Wir aktualisieren die Lage fortlaufend im Liveticker.

Quellen

Zur aktuellen Live-Lage