Hohes Venn um 16:30 Uhr: Rund 600 Evakuierte weiter in Malmedy, Behörden bremsen Spontanhilfe
Stand 16:30 Uhr: Die Betreuung der Evakuierten in Malmedy läuft weiter, Lebensmittelspenden werden derzeit nicht gebraucht, und der Rauch über der Provinz Luxemburg führt zu unnötigen Notrufen.
Am späten Sonntagnachmittag bleibt die Lage im Hohen Venn angespannt. Die Meldungen der letzten Stunde drehen sich vor allem um die Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten – und um die Bitte der Behörden, Hilfe geordnet zu leisten statt spontan anzureisen.
Rund 600 Menschen weiter außer Haus
Nach Darstellung von RTL Info mussten seit Samstag knapp 600 Anwohnerinnen und Anwohner ihre Häuser verlassen. Ein Betroffener aus Sourbrodt beschreibt die Nacht im Gespräch mit dem Sender als „Apokalypse“ – die Hauswände hätten orange geleuchtet. Untergebracht sind viele von ihnen im Sportzentrum von Malmedy, wo psychosoziale Teams bereitstehen.
Keine Rückkehr in die Dörfer
An der Linie der Behörden hat sich auch um 16:30 Uhr nichts geändert: Von einer Rückkehr in die evakuierten Ortschaften ist laut DHnet weiter keine Rede. Solange Brandherde aktiv sind und Löschflugzeuge im Tiefflug Wasser aufnehmen, bleiben die Sperrzonen bestehen.
Bitte: keine Lebensmittelspenden, keine Anreise
Die Gemeinde Baelen hat nach Angaben von DHnet klargestellt, dass aktuell keine Lebensmittelspenden gebraucht werden. Die Einsatzkräfte koordinieren die Versorgung selbst. Wer helfen will, soll nicht zum Brandort fahren und die Teams nicht anrufen, sondern sich über die Bürgerplattform aidefagnes.be melden. Konkrete Hilfsaufrufe kommen erst nach einer Bedarfsanalyse.
Rauch über der Provinz Luxemburg
Der Rauch zieht weit nach Süden. Die Behörden bitten deshalb ausdrücklich: „Wenn Sie keine Flammen sehen, rufen Sie nicht die 112 an.“ Jeder unnötige Notruf blockiert Leitungen, die für echte Notfälle gebraucht werden.
Bütgenbacher See bleibt gesperrt
Der Zugang zum Bütgenbacher See bleibt untersagt. Der See dient den Löschflugzeugen als Wasserreservoir; Badegäste und Boote würden die Aufnahmeflüge unmöglich machen.
Was das für dich bedeutet
- Wichtige Nummern: Notfälle 112, medizinischer Bereitschaftsdienst 1733, Info-Nummer der Wallonischen Region 1771.
- Hilfe anbieten: über aidefagnes.be, nicht direkt vor Ort.
- Sperrzonen und Wanderwege im Venn konsequent meiden – auch die bisher nicht betroffenen Bereiche.
Wir aktualisieren die Lage fortlaufend. Die Live-Karte mit den aktuellen Satelliten-Hitzepunkten und der Presseticker stehen auf der Startseite.