Hohes Venn um 15:30 Uhr: Rückkehr in die Dörfer bleibt tabu, Bütgenbacher See gesperrt
Update 15:30 Uhr: Evakuierte dürfen noch nicht heim, der Bütgenbacher See dient als Wasserreservoir für die Löschflugzeuge, und über dem Brandgebiet bildete sich erstmals in Belgien eine Pyrocumulus-Wolke.
Auch am Sonntagnachmittag bleibt der Waldbrand im Hohen Venn der größte Vegetationsbrand in der belgischen Geschichte. Die Meldungen der letzten Stunden zeigen: Die Einsatzkräfte gewinnen an einigen Stellen Boden, an eine Rückkehr der Evakuierten ist aber noch nicht zu denken.
Keine Rückkehr in die evakuierten Dörfer
Die Behörden bleiben deutlich: „Keine Rede davon, die Dörfer wieder zu betreten“, heißt es laut DHnet mit Blick auf die evakuierten Ortschaften. Solange Brandherde aktiv sind und Löschflugzeuge im Tiefflug arbeiten, bleiben die Sicherheitszonen bestehen.
Betreuung in Malmedy geht weiter
Im Sportzentrum von Malmedy werden die Menschen weiter versorgt, die ihre Häuser verlassen mussten. Nach Angaben von 7sur7 ist die Unterbringung auf mehrere Tage angelegt, das Rote Kreuz bleibt vor Ort.
Bütgenbacher See wird Wasserreservoir
Der Zugang zum Bütgenbacher See ist gesperrt. Löschhubschrauber und Löschflugzeuge nehmen dort Wasser auf – Badegäste und Boote würden den Anflug unmöglich machen. Bilder aus dem Löschhubschrauber, die HLN veröffentlichte, zeigen die Ausmaße der Rauchfahne.
Rauch bis in die Provinz Luxemburg
Der Rauch zieht weit über das Brandgebiet hinaus. In der Provinz Luxemburg bitten die Behörden ausdrücklich darum, den Notruf nur bei sichtbaren Flammen zu wählen: „Wenn Sie keine Flammen sehen, rufen Sie nicht die 112 an.“ Die Leitstellen sollen für echte Notfälle frei bleiben.
Erstmals eine Pyrocumulus-Wolke über Belgien
Über dem Feuer bildete sich laut VRT erstmals in Belgien eine Pyrocumulus-Wolke – eine durch die enorme Hitze erzeugte Rauchwolke, die bis in große Höhen aufsteigt. Meteorologen sehen darin ein Zeichen für die außergewöhnliche Energie des Brandes.
Folgen für die Natur
Die Forstverwaltung DNF zieht eine erste, ernüchternde Bilanz: Für die Biodiversität im Hochmoor sei der Brand katastrophal. Im Torfboden könnten Brandherde bis in den Winter glimmen, warnt die Behörde gegenüber L'Avenir.
Was jetzt gilt
- Sicherheitszonen und Sperrungen konsequent respektieren, auch rund um Spa und Bütgenbach.
- **112** nur bei lebensbedrohlichen Notfällen oder sichtbaren Flammen.
- **1771** für Fragen und Hinweise zur Lage, **1733** für den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
- Hilfsangebote und Spenden koordiniert die Gemeinde Baelen unter **087/76.01.46**.
Wir aktualisieren die Lage fortlaufend im Liveticker auf der Startseite.